Das Rollen-Konzept schafft Feedback-Kultur für den Wandel.

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Ist man in einer Organisation tätig, nimmt man eine Rolle ein, ob eine zugeschriebene oder selbst ernannte ist dabei fast egal. Die Rolle verbindet Person mit Organisation. Wenn es nun darum geht, Kritik zu äußern, Feedback zu geben, wird diese immer an die Rolle adressiert. Jedoch kommt es oft vor, dass Kritik persönlich genommen wird.

Wenn das geschieht, ist die persönliche Distanz zur Rolle gestört. Ein Mensch steckt dann mit ganzer Person in der Organisation. Vor allem noch kleine Organisationen (unter 15 Angestellte) wie StartUps, Agenturen, Projekt-Task-Forces erleben dieses Phänomen; wenn sie wachsen, werden Rollen stärker eingeführt. Das betrifft jede Art von Organisation. Auch neuere Konzepte, wie Selbstorganisation arbeiten mit Rollen, nutzen diese jedoch flexibler.

Diesen Wandel weg von der Personen-Organisation hin zur Rollen-Organisation können Menschen oft nicht verinnerlichen. Dann Kritik oder Feedback zu äußern, endet zwangsläufig im Konflikt (offen oder verdeckt) und schafft Frustration „Ich werde hier als Person nicht mehr akzeptiert! Ich fühle mich nicht wert geschätzt.“, sind dann häufige Vorwürfe an die Führung. Und auch Führungskräften fällt es oft schwer, die ihnen ganz automatisch zugeschriebene Führungs-Rolle auszufüllen und nicht mehr allein als Person wahrgenommen zu werden.

Egal ob in der Team-Konflikt-Begleitung, der Moderation von Retrospektiven in agilen Prozessen oder dem Coaching von Führung, das Verständnis des Rollen-Konzeptes hat uns sehr oft geholfen, einen Zugang zur offenen Feedback-Kultur unserer Kunden zu ermöglichen.

Damit ist es dann einfacher, Kritik anzunehmen und damit umzugehen. Denn als Empfänger der Kritik verstehe ich dann auch, dass die Kritik nicht an mir als Person, sondern an meiner Rolle geübt wird. Auch als Sender von Kritik, schaffe ich es dann genau auf die Belange zu schauen, die durch die Ausübung der Rolle zu meiner Kritik führen und diese genau so zu formulieren.

Und zum Schluss ein platter, aber von uns sehr ernst gemeinter Spruch:

Verstehe Kritik immer als Geschenk. (Zurückgeben wäre sehr unhöflich.)